Anarchie Leicht Gemacht

Audiowalk mit Ausstellung

Anarchie Leicht Gemacht ist ein audiovisueller Walk der aus fünf Stationen besteht. Auf Grundlager unterschiedlicher Zeitungsartikel, biografischer Erlebnisse und purer Fiktion nehmen wir die Zuhörer*innen mit auf eine Entdeckungsreise. Beim Versuch herauszufinden welche Aspekte der Station wahr und welche falsch sind, können sich alle nur (verw)irren.


STATION 1

Mit Bomben und hochexplosiven Chemikalien, mit sprengstoffgefüllten Plastikbeuteln – von den Terroristen „Mao-Cocktail“ genannt – und Steinen haben Berliner Extremisten einen Anschlag auf den Gast unserer Stadt vorbereitet.

Tatsächlich haben die elf kleinen Oswalds Mehl, Buttercreme, sowie Pudding in kleine Plastikbeutel und Papiertüten gefüllt, um sie beim öffentlichen Besuch des damaligen US-Vizepräsidenten Humphrey auf ihn zu werfen.“

STATION 2

„Ich muss zugeben, manchmal habe ich mich ebenfalls zu kleinen Taten hinreißen lassen, die in einem Anflug von anarchistischen Gefühlen vollkommen plausibel erschienen. Zum Beispiel das eine Mal am See…”

STATION 3

„Als ich in Ankara bei der Hochzeit einer befreundeten Performancekünstlerin, Gizem Gürer, war, bin ich beim Streifen durch Ankara an mehreren seltsamen Statuen vorbeigekommen. Zum Beispiel sah ich eine grandiose fette Steinkatze mitten in einem Park und entlarvte sie natürlich direkt als die subversive Systemkritik, als die sie inmitten der Bevölkerung platziert wurde.“

STATION 4

„Ich habe von 2010 bis 2011 in der Dallas/ Fort Worth Area in Texas bei einer Gastfamilie gewohnt und bin dort auf eine Highschool gegangen. Während der Zeit habe ich versucht mir luzides Träumen anzutrainieren. Das funktioniert eigentlich recht simpel, man achtet eine Zeit lang aktiv auf seine Träume und versucht ein wiederkehrendes Muster zu erkennen, sei es ein Ort oder eine Person, irgendwas, was öfters so im Traum erscheint. Wenn man dann so ein Muster erkannt hat, reagiert man im Alltag mit einem Realitätstest. Also beispielsweise hält man die Luft an, bis man es so gar nicht mehr aushalten kann und wenn man das öfters im Alltag gemacht hat, überträgt sich das auch in den Schlaf.”

STATION 5

„Als ich 2014 auf einer Indienreise durch Bangalore gelaufen bin, bin ich zu einem Fahrrad-Verkehrsübungspark mitten in der Innenstadt gekommen. Obwohl ich damals noch keine Digitalkamera besaß, war es es mir wert, ein bis drei analoge Fotos auf diesen Ort zu verschwenden. Es hat mich sehr fasziniert, dass in einer Stadt, die so schwer zu Fuß zu bereisen ist, ein Fahrrad-Verkehrsübungspark errichtet wurde, in dem Leute, die wenn sie schon nicht einfach zu Fuß die Stadt passieren können, die Verkehrsregeln für Fahrradfahrer*innen erlernen konnten.“

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